Sozial- und Erziehungsberufe

Hintergründe – Zahlen, Daten, Fakten

Hintergründe – Zahlen, Daten, Fakten

Sozial- und Erziehungsdienste – was gehört dazu?

Im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes sind 1,66 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, davon 1,4 Millionen Frauen (Stand Juni 2021). Hinzu kommen 130.000 geringfügig Beschäftigte. Fast zwei Drittel arbeiten im Bereich der Kinderbetreuung und -erziehung (960.470 der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten), 470.000 sind im Bereich der Sozialarbeit beschäftigt und 229.400 in der Behindertenhilfe. (aktuelle Daten der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag: 30. Juni 2021)

In den Kitas ist gut ein Drittel der Beschäftigten in öffentlichen Einrichtungen angestellt. Die große Mehrheit arbeitet bei konfessionellen oder anderen gemeinnützigen Trägern wie dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, der Arbeiterwohlfahrt oder dem Roten Kreuz. 2,4 Prozent sind im privaten Bereich beschäftigt.

Von der Tarifrunde direkt betroffen sind die 330.000 Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes der Kommunen im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes – davon 245.000 Beschäftigte im Bereich der Kindererziehung und -betreuung, 55.000 in der Sozialarbeit und 30.000 in der Behindertenhilfe.

Viele Träger haben ähnliche Entgelt- und Arbeitsbedingungen wie der öffentliche Dienst, weil sie die Ergebnisse der Tarifeinigungen im öffentlichen Dienst nachvollziehen. Die Ergebnisse werden übernommen oder gelten sogar unmittelbar, im kirchlichen Bereich zum Beispiel bei der Caritas, der Diakonie Württemberg, in einigen evangelischen Gliedkirchen oder mehreren Bistümern.

Aktuelle Entgelttabelle für den Sozial- und Erziehungsdienst

Gültig vom 1. April 2021 bis 31. März 2022 (Ab dem 1. April 2022 erhöhen sich die Tabellenwerte entsprechend der Tarifeinigung mit der VKA vom 25. Oktober 2020 um 1,8 Prozent.)

Aktuelle Entgelttabelle für den Sozial- und Erziehungsdienst ver.di

Verdienstbeispiele im Sozial- und Erziehungsdienst

 

  • Beispiel Kinderpfleger*in

    Eine Kinderpflegerin mit staatlicher Anerkennung oder mit staatlicher Prüfung und entsprechender Tätigkeit, die in der Entgeltgruppe S 3 eingruppiert ist, erhält nach fünf Jahren Berufserfahrung monatlich 2.876,92 Euro brutto. 

    ver.di fordert die Eingruppierung in die Entgeltgruppe S 4. Die Kinderpflegerin hätte dann monatlich 3.050,62 Euro oder ein Plus von 173,70 Euro bzw. 6 Prozent. In etlichen Kommunen wie Mannheim, Hannover, Stuttgart oder Bremen wird schon heute statt in die Entgeltgruppe S 3 in die S 4 eingruppiert.

  • Beispiel Erzieher*in und Heilerziehungspfleger*in

    Die Erzieher*innen sind mit Abstand die größte Berufsgruppe in der Sozialen Arbeit. Erzieher*innen, Heilerziehungspfleger*innen und Heilerzieher*innen mit staatlicher Anerkennung und jeweils entsprechender Tätigkeit sind in der Regel in Entgeltgruppe S 8a eingruppiert. Bei Einstellung erhalten sie monatlich 2.879,77 Euro brutto und in der Stufe 5 nach zehn Jahren Berufserfahrung 3.701,02 Euro.

    Bei einer regulären Eingruppierung in die Entgeltgruppe S 8b erhöht sich das Einstiegsgehalt um 62,89 Euro oder 2,2 Prozent auf 2.942,66 Euro. Nach zehn Jahren Berufserfahrung hätte die Erzieherin oder der Heilerziehungspfleger ein Gehalt von 4.105,91 Euro. Das ist ein Plus von 404,89 Euro oder 10,9 Prozent.

  • Beispiel Sozialarbeiter*in

    Eine Sozialarbeiterin mit Hochschulabschluss, die bisher in die Entgeltgruppe S 11b eingruppiert ist, hat ein Einstiegsgehalt von 3.246,36 Euro im Monat. Eine Gleichstellung mit vergleichbaren Studienniveaus würde eine Bezahlung analog der Entgeltgruppe 10 in der allgemeinen TVöDTabelle bedeuten und damit ein um 184,15 Euro höheres Einstiegsgehalt von 3.430,51 Euro.

  • Beschäftigte im handwerklichen Erziehungsdienst

    Eine Handwerkerin mit abgeschlossener Berufsausbildung, die in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeitet, ist in der Entgeltgruppe S 4 eingruppiert. Da an sie auch ohne pädagogische Zusatzausbildung besondere Anforderungen gestellt werden, fordert ver.di eine Eingruppierung in die Entgeltgruppe S 7. Das Einstiegsgehalt für die Handwerkerin würde von 2.682,35 Euro um 4,6 Prozent auf 2.805,05 Euro steigen. Nach fünf Jahren Berufserfahrung hätte sie monatlich 3.207,39 statt wie bisher 3.050,62 Euro.