Sozial- und Erziehungsberufe

Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst in der Pandemie

Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst in der Pandemie

Nach einer aktuellen Studie des wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) waren im Pandemie- Zeitraum von März 2020 bis November 2021 Beschäftigte im Bereich Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehungspflege an erster Stelle bei den Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid- 19. In diesen Berufen gab es im bisherigen Verlauf der Pandemie 8.141 Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid-19 je 100.000 AOK-Mitgliedern gegenüber einer durchschnittlichen Zahl von 5.144.

Soziale Arbeit ist auf besondere Weise von den Folgen der Pandemie betroffen und hat gleichzeitig eine Schlüsselfunktion bei der Bewältigung der Pandemie-Folgen gegenüber ihren Adressat* innen – im Kita-Bereich, in der Kinder- und Jugendhilfe, in der Beratung, Behindertenbetreuung, im Bereich Migration, Flucht und Asyl und vieles mehr. Eine Befragung unter über 3.000 Beschäftigten während des weiten Lockdowns ergab, dass sie bei Schutzmaßnahmen weitgehend ohne Unterstützung blieben. Zwei Drittel gaben an, dass man individuell oder im Team Maßnahmen zum Eigenschutz ergriffen habe.

Auf der anderen Seite nehmen die Problemlagen bei den Adressat*innen pandemiebedingt zu. Aktuell stehen die Beschäftigten in der Sozialen Arbeit jeden Tag vor der Frage, wieviel Schutz bei wieviel Aufrechterhaltung professioneller Standards möglich ist. Fast 90 Prozent der Beschäftigten empfinden eine Verdichtung und fast vollständige Veränderung ihrer Arbeit. 62 Prozent fühlen sich belastet oder extrem belastet, 30 Prozent denken über einen Stellen- und 16 Prozent sogar über einen Berufswechsel nach.