Sozial- und Erziehungsberufe

Fachkräftemangel im Sozial- und Erziehungsdienst

Fachkräftemangel im Sozial- und Erziehungsdienst

Personalmangel, eine ungünstige Fachkraft-Kind-Relation oder hohe Fallzahlen kennzeichnen den Arbeitsalltag in den Sozial- und Erziehungsberufen. Neue Rechtsansprüche auf Betreuungsplätze oder Anforderungen durch das Bundesteilhabegesetz verändern die Arbeit oder ziehen den Ausbau von Angeboten nach sich. Hinzu kommt die demografische Veränderung: Aktuell trägt die Generation der sogenannten Babyboomer einen großen Teil der Sozialen Arbeit. Viele von ihnen werden in den nächsten Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden.

Über den Umfang des Fachkräftemangels im Sozial- und Erziehungsdienst kursieren unterschiedliche Einschätzungen. Abhängig ist dies davon, wie die Fachkräftelücke ermittelt wird. Einen engen Blick stellt die Zahl der unbesetzten Stellen dar, die die Bundesagentur für Arbeit regelmäßig ermittelt. Sie stellt die angebotenen Stellen zu einem bestimmten Zeitpunkt den Arbeitssuchenden gegenüber. Weiter wird der Blick, wenn Anforderungen an die Qualität der Arbeit berücksichtigt wird und beispielsweise die empfohlenen Fachkraft-Kind-Schlüssel in die Ermittlung des Bedarfs einfließt. Eine dritte Möglichkeit ist, die Beschäftigten selbst zu befragen, welchen Personalbedarf sie zur Ermöglichung von guter Arbeit sehen.

Zwei Schlaglichter auf die Situation in Kindertageseinrichtungen: Das Deutsche Jugendinstitut hat bei der Berechnung des künftigen Ressourcenbedarfs in der frühkindlichen Bildung und Betreuung ermittelt, dass bis zum Jahr 2025 bis zu 1,2 Millionen Kitaplätze und über 300 000 Fachkräfte zusätzlich fehlen, wenn sich nicht grundlegend etwas ändert. Der Kita-Personalcheck hat ergeben, dass aktuell beim gegebenen Ausbaustand ein Fehlbedarf von 173.000 Fachkräften besteht.