Sozial- und Erziehungsberufe

Inna Popp

Inna Popp, 29, staatlich anerkannte Erzieherin bei der Juwo-Kita gGmbH

April 2020

„Als Erzieherin trage ich eine hohe Verantwortung gegenüber den Kindern, die ich betreue. Aber natürlich auch gegenüber ihren Eltern. Zu Zeiten der Corona-Pandemie kommt zu unserem Bildungsauftrag noch einmal eine ganz besondere Aufgabe hinzu. 
Denn die Kita, in der ich arbeite, liegt direkt auf dem Gelände des Berliner Vivantes Klinikums im Friedrichshain.
Wir haben also viele Eltern, die im Krankenhaus beschäftigt sind. Von den 12 Kindern, die ich normalerweise mit meinen Kolleg*innen im Krippenbereich betreue, sind derzeit regelmäßig fünf bis sechs Kinder bei uns in der Notbetreuung. Der Arbeitsalltag mit den Kindern unterscheidet sich dabei kaum von einem normalen Tag. Denn wie soll ich einem Kind unter drei Jahren erklären, dass wir uns nicht zu nah kommen dürfen, um eine eventuelle Ansteckung mit COVID-19 zu vermeiden? Trösten und Kuscheln, das geht einfach nicht mit Abstand. Und die Gesichtsmasken aus Baumwolle, die eine Mutter für uns organisiert hat, verängstigen die Kleinen leider.

"Nach der Krise muss man dann nochmal neu auf Themen wie den Personalmangel in Kitas und die Gründe dafür blicken. Denn es geht ja schon seit langem um eine nachhaltige Aufwertung unserer Arbeit, sowohl bezogen auf die Arbeitsbedingungen als auch auf das Geld! Das sollte nicht vergessen werden.“

Inna Popp, 29, staatlich anerkannte Erzieherin bei der Juwo-Kita gGmbH

„Als Erzieherin trage ich eine hohe Verantwortung gegenüber den Kindern, die ich betreue. Aber natürlich auch gegenüber ihren Eltern. Zu Zeiten der Corona-Pandemie kommt zu unserem Bildungsauftrag noch einmal eine ganz besondere Aufgabe hinzu. 
Denn die Kita, in der ich arbeite, liegt direkt auf dem Gelände des Berliner Vivantes Klinikums im Friedrichshain.
Wir haben also viele Eltern, die im Krankenhaus beschäftigt sind. Von den 12 Kindern, die ich normalerweise mit meinen Kolleg*innen im Krippenbereich betreue, sind derzeit regelmäßig fünf bis sechs Kinder bei uns in der Notbetreuung. Der Arbeitsalltag mit den Kindern unterscheidet sich dabei kaum von einem normalen Tag. Denn wie soll ich einem Kind unter drei Jahren erklären, dass wir uns nicht zu nah kommen dürfen, um eine eventuelle Ansteckung mit COVID-19 zu vermeiden? Trösten und Kuscheln, das geht einfach nicht mit Abstand. Und die Gesichtsmasken aus Baumwolle, die eine Mutter für uns organisiert hat, verängstigen die Kleinen leider.

Weitere Schutzausrüstung haben wir nicht. Der Arbeitgeber stellt uns aber Desinfektionsmittel zur Verfügung und hat auch einen Maßnahmenkatalog zum Thema Desinfektion erstellt. Angst vor einer Ansteckung habe ich nicht wirklich, aber ich bin mir der Gefahr natürlich bewusst. Deshalb halten wir unter den Kolleg*innen den Mindestabstand so gut es geht ein. Vollständig isoliertes Arbeiten aber ist in unserem Bereich schwierig.
Allerdings arbeiten wir nun mit zwei Teams im wöchentlichen Wechsel, von denen immer eins in der Kita im Einsatz ist und das andere im Home Office. Sollte es also zu einer Infektion mit COVID-19 kommen, ist zumindest ein Team noch arbeitsfähig. Das finde ich wichtig, denn wir sorgen mit unserer Arbeit ja dafür, dass die Beschäftigten in anderen systemrelevanten Bereichen ihren Aufgaben nach gehen können.Ein bisschen mehr gesellschaftliche Anerkennung für unsere Arbeit wäre daher schon schön.

Die monatliche Prämie von 500 Euro, die ver.di für Beschäftigte in versorgungsrelevanten Bereichen fordert, ist da ein guter Anfang und auch für die Soziale Arbeit längst überfällig. Nach der Krise muss man dann nochmal neu auf Themen wie den Personalmangel in Kitas und die Gründe dafür blicken. Denn es geht ja schon seit langem um eine nachhaltige Aufwertung unserer Arbeit, sowohl bezogen auf die Arbeitsbedingungen als auch auf das Geld! Das sollte nicht vergessen werden.“

Hilf mit, die Bedingungen für Soziale Arbeit abzusichern und zu verbessern

Immer unverzichtbar!
© ver.di