Sozial- und Erziehungsberufe

Magdalena Dürr

Magdalena Dürr, 28, staatlich anerkannte Erzieherin an einer Ganztagsschule

April 2020


„An unserer Ganztagsschule in Nürnberg betreue ich Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse. Neben der Unterrichtsbegleitung gehört die Hausaufgabenbetreuung und natürlich die freizeitpädagogische Betreuung zu meinen Aufgaben. Die Schule arbeitet mit einem Offenen Konzept. Ich biete vor allem Beschäftigungen aus dem künstlerischen und sportlichen Bereich an.

Gleich nach der Schulschließung Mitte März habe ich in der Notbetreuung unserer Schule gearbeitet. Allerdings ohne Kinder. Die Zeit aber konnte ich gut für all das nutzen, das im Alltag manchmal ein bisschen nach hinten rutscht. Die Entwicklungsbögen sind jetzt z.B. alle schon nachgearbeitet und ausgewertet. 
Nach einer Weile wurde dann ein Drei-Wochen-System ins Leben gerufen. Je eine Woche gehört man einer von drei Gruppen an, die je unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die Gruppe A ist für die Notbetreuung in der Einrichtung zuständig, die Gruppe B soll im Home Office Beschäftigungsideen für die Kinder zu Hause entwickeln und den Kontakt zu ihnen halten, und die Kolleg*innen in Gruppe C sollen sich als Ansprechpartner*innen und Springer*innen für das Jugendamt bereit halten. Im Wochenturnus wechselt man dann die Gruppen.

Bisher habe ich in der Gruppe C als Springer gearbeitet und auch im Home Office. Die Arbeit im Home Office hat mich allerdings vor einige Herausforderungen gestellt. Denn in der Digitalisierung hängen wir ordentlich hinterher. Ich habe zum Beispiel über meinen privaten Computer keinen Zugang zu meinen dienstlichen Emails und bin somit quasi handlungsunfähig gewesen. Immer wieder bin ich auf die Frage gestoßen, was im Home Office nun erlaubt ist und was nicht. Da geht es natürlich um Fragen rund um den Datenschutz. Es gibt z.B. auch die Dienstanweisung, dass ich mit meinem privaten Handy nicht bei den Kindern anrufen soll und auch keine private Email-Adresse verwenden darf. Doch ohne Diensthandy und Zugang zu den dienstlichen Emails ist es dann nicht möglich, den Kontakt zu den Kindern zu halten. 
Ich sehe das Home Office in Zeiten von Corona und Infektionsschutzmaßnahmen trotzdem als eine wichtige und richtige Alternative an. Aber wir brauchen die richtigen Instrumente, um unsere Arbeit auch digital gut erledigen zu können.“

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